Kurz beantwortet

Ein Mietvertrag mit US-Militärangehörigen ist ein deutscher Mietvertrag nach deutschem Mietrecht. Drei Stellen entscheiden über den reibungslosen Verlauf: die Militärklausel, die es nur gibt, wenn sie ausdrücklich vereinbart wird (sonst gilt die Dreimonatsfrist des § 573c BGB), die Kaution, die nach § 551 BGB auf drei Monatskaltmieten begrenzt ist und in drei Raten gezahlt werden darf, und die zweisprachige Vertragsfassung mit klarer Regelung, welche Sprache im Streitfall gilt — das Housing Office prüft den Vertrag, bevor die Wohnungsbeihilfe fließt.

Ein Mietvertrag mit einem US-Militärangehörigen ist ein deutscher Mietvertrag. Es gilt deutsches Mietrecht, auch wenn der Mieter dem NATO-Truppenstatut untersteht und das Housing Office den Vertrag prüft.

Drei Stellen entscheiden trotzdem darüber, ob die Vermietung reibungslos läuft.

1. Die Militärklausel — sie entsteht nicht von selbst

Amerikanische Mieter fragen fast immer nach einer military clause: dem Recht, den Vertrag vorzeitig zu beenden, wenn ein Versetzungsbefehl kommt.

Wichtig zu wissen: Im deutschen Mietrecht gibt es diese Klausel nicht automatisch. Sie entsteht nur, wenn sie ausdrücklich vereinbart wird. Ohne sie gilt die normale Kündigungsfrist von drei Monaten (§ 573c BGB) — was für beide Seiten unangenehm werden kann, wenn ein PCS-Befehl kurzfristig kommt.

Wer die Klausel aufnimmt, sollte sie präzise fassen:

Unser Rat: Nehmen Sie die Klausel auf, aber sauber formuliert. Ein Mieter, der weiß, dass er im Notfall herauskommt, unterschreibt eher — und eine unklare Klausel produziert Streit, wenn es soweit ist.

2. Die Kaution — auch hier gilt § 551 BGB

Die Kaution ist auf drei Monatskaltmieten begrenzt, und der Mieter darf sie in drei Raten zahlen. Das gilt für US-Mieter genauso wie für alle anderen.

Sie ist getrennt vom eigenen Vermögen anzulegen, die Zinsen stehen dem Mieter zu. Bei einem Auszug mit PCS-Termin wird es praktisch: Die Kaution darf bis zur Nebenkostenabrechnung einbehalten werden — der Mieter ist dann längst in den Staaten. Klären Sie vorher, wohin abgerechnet und überwiesen wird, und lassen Sie sich eine Adresse geben, die nach dem Umzug noch gilt.

3. Die Sprachfassung — welche gilt?

Ein Vertrag, den der Mieter nicht versteht, ist ein Risiko für beide Seiten. Üblich und sinnvoll ist eine zweisprachige Fassung: deutsch und englisch nebeneinander, mit einer klaren Regelung, welche Fassung im Streitfall maßgeblich ist.

Das Housing Office sieht den Vertrag ohnehin — es prüft, ob er den militärischen Vorgaben entspricht, bevor die Wohnungsbeihilfe fließt. Ein Vertrag, der dort erst nachgebessert werden muss, kostet Wochen.

Was wir dabei übernehmen

Wir setzen den Vertrag zweisprachig auf, stimmen ihn mit dem Housing Office ab und sind bei Übergabe und Rückgabe dabei. Immobilien4you wurde 2001 von einem Militärpaar gegründet — Frank Neumann hat selbst bei der NATO gedient. Das ist der Grund, warum diese Abläufe hier keine Theorie sind.

Stand September 2026, ohne Gewähr. Fragen zum SOFA-Status und zur Vertragsgestaltung im Einzelfall beantwortet das Legal Office auf der Base oder ein Rechtsanwalt.

Weiter im Thema: Das amerikanische Wohnungsamt · Möbliert oder unmöbliert? · Wenn der Mieter versetzt wird

FAQ

Häufige Fragen

Gibt es die Militärklausel automatisch im Mietvertrag?

Nein. Im deutschen Mietrecht entsteht sie nur, wenn sie ausdrücklich vereinbart wird. Ohne sie gilt die normale Kündigungsfrist von drei Monaten nach § 573c BGB. Wer sie aufnimmt, sollte Anlass, Nachweis (Orders in Kopie) und Frist ab Vorlage — üblich sind 30 Tage — präzise festlegen.

Wie hoch darf die Kaution bei US-Mietern sein?

Wie bei allen Mietern: nach § 551 BGB höchstens drei Monatskaltmieten, zahlbar in drei Raten. Sie ist getrennt vom eigenen Vermögen anzulegen, die Zinsen stehen dem Mieter zu. Bei einem PCS-Auszug darf sie bis zur Nebenkostenabrechnung einbehalten werden — klären Sie vorher, wohin überwiesen wird.

Welche Sprachfassung des Mietvertrags gilt?

Üblich und sinnvoll ist eine zweisprachige Fassung, deutsch und englisch nebeneinander, mit einer klaren Regelung, welche Fassung im Streitfall maßgeblich ist. Ein Vertrag, den der Mieter nicht versteht, ist ein Risiko für beide Seiten.

Warum prüft das Housing Office den Mietvertrag?

Es kontrolliert, ob der Vertrag den militärischen Vorgaben entspricht, bevor die Wohnungsbeihilfe fließt. Ein Vertrag, der dort erst nachgebessert werden muss, kostet Wochen — deshalb lohnt es sich, ihn von Anfang an passend aufzusetzen.

Gilt für US-Militärangehörige deutsches Mietrecht?

Ja. Der Vertrag ist ein deutscher Mietvertrag nach deutschem Mietrecht, auch wenn der Mieter dem NATO-Truppenstatut untersteht und das Housing Office den Vertrag prüft.