Kurz beantwortet
Bei der Reithalle zählen drei Dinge: die Maße (20 × 40 Meter für Ausbildung und Pensionsbetrieb, 20 × 60 Meter für Dressurprüfungen bis in die schweren Klassen), der Boden als Schichtsystem aus Trag-, Trenn- und Tretschicht mit Bewässerung als echtem Wertfaktor, und die Genehmigungsfrage: Reithallen stehen fast immer im Außenbereich, wo nach § 35 BauGB im Wesentlichen nur der landwirtschaftliche Betrieb privilegiert ist — Pensionspferdehaltung in aller Regel nicht. Eine als Landwirtschaft genehmigte Halle im gewerblichen Pensionsbetrieb ist ein Thema für Bauamt und Kaufpreis.
Die Reithalle ist das teuerste Einzelgebäude fast jeder Anlage — und dasjenige, an dem sich am ehesten entscheidet, was dort betrieben werden kann. Drei Dinge lohnen den genauen Blick.
Die Maße bestimmen die Nutzung
Zwei Formate haben sich durchgesetzt:
- 20 × 40 Meter — das kleine Dressurviereck. Reicht für Ausbildung, Berittbetrieb und den Alltag einer Pensionsanlage.
- 20 × 60 Meter — das große Viereck. Erst hier lassen sich Dressurprüfungen bis in die schweren Klassen regelkonform reiten.
Für Springen wird es schnell größer: Ein vernünftiger Parcours braucht Breite, sonst stehen die Sprünge zu eng. Wer eine Anlage für den Springsport sucht, misst zuerst die Halle und dann alles andere.
Achten Sie auf die lichte Höhe und darauf, ob Stützen im Hallenraum stehen. Eine stützenfreie Konstruktion ist teurer im Bau und deutlich mehr wert im Betrieb.
Der Boden ist ein Aufbau, kein Belag
Was aussieht wie eine Sandfläche, ist ein Schichtsystem:
- Tragschicht — nimmt die Last auf und muss eben und verdichtet sein.
- Trennschicht — hält Tret- und Tragschicht auseinander, oft ein Vlies.
- Tretschicht — das, worauf geritten wird: Sand, häufig mit Zusätzen wie Vlies-, Textil- oder Holzfasern.
Ein guter Boden ist trittfest und trotzdem federnd, staubt nicht und trocknet nicht aus. Er braucht Wasser — deshalb ist eine eingebaute Bewässerung ein echter Wertfaktor, keine Spielerei.
Woran man eine müde Halle erkennt: Wellen und harte Stellen an der Bande, tiefe Zonen in den Ecken, Staub bei jedem Galopp, oder umgekehrt stehendes Wasser. Eine Erneuerung der Tretschicht ist eine überschaubare Maßnahme; muss die Tragschicht mit, wird es ein fünfstelliger Betrag.
Die Genehmigungsfrage
Reithallen stehen fast immer im Außenbereich. Dort ist nach § 35 BauGB privilegiert im Wesentlichen nur der landwirtschaftliche Betrieb — Pensionspferdehaltung in aller Regel nicht.
Prüfen Sie deshalb bei jeder Halle: Liegt eine Baugenehmigung vor, und deckt sie die Nutzung ab, die tatsächlich stattfindet? Eine Halle, die als landwirtschaftliches Gebäude genehmigt wurde und heute für einen gewerblichen Pensionsbetrieb genutzt wird, ist ein Thema für das Bauamt — und für den Kaufpreis.
Was uns bei einer Besichtigung auffällt
Wir sehen uns die Dachkonstruktion von innen an: Feuchtespuren an den Bindern, Korrosion an Verbindern, Lichtplatten, die spröde geworden sind. Dazu die Entwässerung außen herum — wenn das Dachwasser nicht sauber weggeführt wird, holt es sich seinen Weg durch die Tragschicht.
Frank Neumann ist DEKRA-zertifizierter Sachverständiger und beurteilt genau das, bevor ein Angebot abgegeben wird.
Stand September 2026, ohne Gewähr. Verbindliche Auskunft zum Baurecht gibt die zuständige Bauaufsichtsbehörde.
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FAQ
Häufige Fragen
Welche Maße braucht eine Reithalle?
20 × 40 Meter — das kleine Dressurviereck — reicht für Ausbildung, Berittbetrieb und den Alltag einer Pensionsanlage. Dressurprüfungen bis in die schweren Klassen brauchen 20 × 60 Meter, und ein vernünftiger Springparcours braucht vor allem Breite. Wichtig sind außerdem die lichte Höhe und eine stützenfreie Konstruktion.
Wie ist ein Reitboden aufgebaut?
Als Schichtsystem: Tragschicht (eben und verdichtet), Trennschicht (oft ein Vlies) und Tretschicht aus Sand, häufig mit Vlies-, Textil- oder Holzfasern. Ein guter Boden ist trittfest und federnd, staubt nicht und braucht Wasser — eine eingebaute Bewässerung ist ein echter Wertfaktor.
Woran erkenne ich einen verschlissenen Hallenboden?
Wellen und harte Stellen an der Bande, tiefe Zonen in den Ecken, Staub bei jedem Galopp oder stehendes Wasser. Eine Erneuerung der Tretschicht ist überschaubar; muss die Tragschicht mit, wird es ein fünfstelliger Betrag.
Ist eine Reithalle im Außenbereich genehmigungspflichtig?
Reithallen stehen fast immer im Außenbereich, wo nach § 35 BauGB im Wesentlichen nur der landwirtschaftliche Betrieb privilegiert ist — Pensionspferdehaltung in aller Regel nicht. Prüfen Sie, ob eine Baugenehmigung vorliegt und ob sie die tatsächliche Nutzung deckt; sonst wird es ein Thema für Bauamt und Kaufpreis.